Archiv 2018 - Literatur - Theater - Vortrag

Literatursommer Baden-Württemberg - Frauen in der Literatur

Die Karlsruher Autorin Hermine Villinger

Der diesjährige Literatursommer wirft einen gezielten Blick auf die Frau als Schreibende, als Lesende und als Protagonistin in literarischen Werken. Bereits 2017, zum 100. Todestag von Hermine Villinger (1849 - 1917), hat das GEDOK-Künstlerinnenforum die Karlsruher Schriftstellerin gewürdigt. Trotz vieler Widrigkeiten ist es Hermine Villinger damals gelungen, allein vom Ertrag ihrer Bücher zu leben. Obwohl sie zu den meist gelesenen Schriftstellerinnen im deutschen Südwesten gehörte, ist sie fast in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie wir finden, denn schon damals hat sie in ihrem Schreiben die traditionellen Geschlechterrollen in Frage gestellt. Ein guter Grund, in diesem Literatursommer noch einmal an sie zu erinnern!

Vortrag mit Fotos: Franziska Joachim
Lesung Originaltexte: Hedi Schulitz, Karlsruhe
Musikalische Begleitung: Rita Huber-Süß, Stimme/Keyboard

 

Veranstaltungsort extern
Eintritt frei

Bildungszentrum Karlsruhe, Heinrich-Hansjakob-Saal

 

 GEDOK Karlsruhe in Kooperation mit dem Roncalli-Forum Karlsruhe

 

>> Literatursommer Baden-Württemberg 2018 der Baden-Württemberg Stiftung

Porträt Hermine Villinger
unbekannt, 1904 (Wikipedia)


15.06.2018


Kuhhorn am Orion — Lyrik

Lea Ammertal, Irmentraud Kiefer, Regine Kress-Fricke

 

Lea Ammertal präsentiert Gedichte aus dem Band "nachgeblickt" (Brot & Kunst Verlag, Karlsruhe, 2014). Die Gedichte sind den Ansichtskarten einer Dame zugeordnet, die in deren Nachlass gefunden wurden.

Regine Kress-Fricke wird aus zwei Gedichtbänden lesen: aus "Ticken im eigenen Rhythmus" (Pop Verlag, Ludwigsburg 2012) und aus "Spitze/La Cima" (zweisprachige Ausgabe der Grünen Reihe von ISCHFRA, hrsg. von Barbara Heuss-Czisch, Karlsruhe 2010). Ihren Vortrag wird sie unter Titeln wie "Lichtstreifen", "Schauplatz" etc. jeweils zu kleinen Gedankeneinheiten zusammenfassen, damit die sonst so flüchtigen poetischen Wortgebilde besser zu fassen sind.

 

Irmentraud Kiefer erinnert uns anhand ihres neuesten Gedichtbandes "Verwilderte Gärten" (Zeitschnur Verlag, Karlsruhe 2017) an die Beziehung zwischen Frédéric Chopin und George Sand. Ihre Gedichte führen uns in die Salons von Paris, zum Chalet Nohant und auf die Insel Mallorca.

 

Die Autorinnen sind Mitglied des Künstlerinnenverbands der GEDOK in Karlsruhe und Stuttgart. Die Lesung von Regine Kress-Fricke wird unterstützt vom Förderkreis deutscher Schriftsteller Baden-Württemberg (FdS).

GEDOK-Autorinnen Lea Ammertal, Regine Kress-Fricke, Irmentraud Kiefer



06.06.2018

Worträume 1 — “Ammenmärchen”

Die Worträume sind eine literarische Veranstaltungsreihe im Künstlerinnenforum der GEDOK Karlsruhe, die bis zu viermal im Jahr stattfindet. Neben zeitgenössischen Autorinnen lassen wir Karlsruher Schriftstellerinnen aus vergangenen Jahrhunderten auftreten.

 

Adriana Carcu (Heidelberg)

 

Sabine Kampermann (Gastautorin)

 

Alberta von Freydorf  (BLB-Nachlass)

 

Hanna Jüngling stellt die Karlsruher Autorin Alberta von Freydorf (1846—1923) vor. Sie war Freundin und Vollenderin angefangener Texte der Karlsruher Schriftstellerin Josephine Scheffel (1805—1865). Letztere wiederum war die Mutter des bekannten Schriftstellers Joseph Viktors von Scheffel. Josefine Scheffels Märchen „Rhodopis“, das im Ägypten des 6. Jh v. Chr. spielt, wurde von A. von Freydorf entweder vollendet oder weitgehend verfasst, in jedem Fall aber im Jahr 1884 veröffentlicht. Es erschien im selben Jahr auch als Drama in 4 Akten und wurde von dem damals bekannten Komponisten Karl Goepfart vertont.
Der Nachlass Alberta von Freydorfs befindet sich in der BLB Karlsruhe

Karlsruher Autorin Alberta von Freydorf
Alberta von Freydorf (1846—1923)


BOTOX FÜR ALLE — zu Risiken und Nebenwirkungen: fragen Sie!

1968 - 2018: Von Flower-Power zu Instagram. Transdisziplinäre Veranstaltung der GEDOK

 

06.05.2018 BOTOX - ZUM LACHEN!

Vortrag und Diskussion


Der Körper der Frau und das Gelächter der Befreiung.
Eveline Ratzel und Ute Reisner  präsentieren Texte der lesbischen Schriftstellerinnen Verena Stefan und Monique Wittig, der amerikanischen Philosophin und Professorin Mary Daly und der französischen Schriftstellerin und Intellektuellen Hélène Cixous.

 

Viele feministische Autorinnen der neuen Frauenbewegung in Westdeutschland, Frankreich und in den USA thematisieren seit den siebziger Jahren in literarischer Form das Lachen der Frauen als Motor für befreiendes Denken. Philosophinnen reflektieren „lachendes Denken“ - die Verbindung von Emotion, Sprechen, Denken und Schreiben - als Voraussetzung für die Selbstbefreiung der Frau. Die Wahrnehmungen des eigenen Begehrens und Träumens, ihre Imaginationen versprachlichen sie und schaffen so Raum für lachende Selbsterkenntnis und Selbstermächtigung.

In diesem besten Sinne „Radikalfeministinnen“ zielen sie auf den Kern der Unterdrückung und Unterwerfung der Frau: die Instrumentalisierung des Körpers und der Sexualität für die männliche Selbsterhöhung und die Reproduktion patriarchaler Strukturen.

 

Eveline Ratzel ist Autorin und Dozentin; sie war in den 80er Jahren in der Frauenbewegung engagiert, u.a. als Mitbegründerin des Karlsruher Frauennotrufs; mit ihrem Buch „The BiG SiN - Die Lust zum Sündigen. Mary Daly und ihr Werk“ (Christel Göttert Verlag) schrieb sie einen Einstieg in die elementare Philosophie der radikal-feministischen Denkerin.

 

Ute Reisner ist Musikerin in der GEDOK; sie beschäftigte sich in den 80er Jahren u.a. in ihrem literaturwissenschaftlichen Studium mit der Frage nach dem „weiblichen Schreiben“, arbeitete im Frauenbuchladen Karlsruhe mit und verbindet Denken, Emotion und Handeln auch in der Improvisierten Musik.

30.04.2018 BEWEGTE FRAUEN
Theaterabend


Die „TaschenSpieler“ Nicole Hallschmid, Susanna Rech-Bigot, Anninka Bauer und Sonja Giesecke inszenieren Texte der GEDOK Autorinnen
Karin Bruder, Hedi Schulitz, Sabine Stern

Regie: Tom Keymer

 

Hedi Schulitz macht in ihren Essays „Die bewegten 68er“ und „Botox für Alle“ einen gedanklichen Ritt durch verschiedene Lebenssituationen von Frauen. Karin Bruder beschreibt in ihrem Drei-Frauen-Stück „Schönheit für Alle“ eine absurde Zukunft, in der die Transformation des eigenen Körpers auf die Spitze getrieben wird. Und in Sabine Sterns Erzählung „Alles glatt“ durchlebt die Protagonistin eine emanzipatorische Wandlung – ohne jedoch gänzlich die weiblichen Stereotype zu verlassen.

Diese Texte werden von den Schauspielerinnen Nicole Hallschmid, Susanna Rech-Bigot, Anninka Bauer und Sonja Giesecke zum theatralen Leben erweckt. Mit Humor begegnen sie den hintersinnigen und teils absurden Werken. Dafür bedarf es nur ein paar Stühle, Küchenutensilien und Gurken! Daraus entstehen Wellnesstempel, Fernsehstudios und Herrenhäuser.

Theaterabend "Bewegte Frauen", Begleitprogramm zu BOTOX FÜR ALLE im Tahmen der EKT:2018 Karlsruhem GEDOK Künstlerinnenforum


08.03.2018 Zum Internationalen Frauentag

100 Jahre Frauenwahlrecht 1918—2018

Vortrag von Vera Morelli
mit Ausschnitten aus dem Film „Suffragette“ (2016)

 

Am 8. November 1918 verkündete der Pazifist und Führer der USPD in München, Kurt Eisner, das aktive und passive Frauenwahlrecht. Vier Tage später erklärte der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann in Berlin den Kaiser für abgesetzt, proklamierte das Deutsche Reich zur Republik und rief das allgemeine Wahlrecht "für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen" aus.

 

Die Feministinnen jubelten: endlich würden weibliche Abgeordnete in den Reichstag einziehen und dem reinen Männerstaat ein Ende setzen. Es sollte anders kommen! Im Januar 1919 wurden die Führer des Spartakusbundes, Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, von rechten Nationalisten bestialisch ermordet, im Februar wurde Kurt Eisner auf offener Straße erschossen und im Mai ging das Experiment des bayrischen Arbeiter-Soldaten-Bauernrates im Feuer der aus Berlin herbeigerufenen revanchistischen Reichstruppen unter.

 

Es ist eine überwiegend traurige Bilanz, die wir heute nach 100 Jahren Frauenwahlrecht ziehen müssen*. Umso wichtiger ist es, an den jahrzehntelangen Kampf der Suffragetten in England zu erinnern. Unter Führung der mutigen Emmeline Pankhurst forderten sie die volle politische Mitbestimmung und nahmen dafür in Kauf, verprügelt, verhaftet, ins Gefängnis gesperrt und wie gewöhnliche Kriminelle behandelt zu werden. Am 6. Februar 1918 erhielten Frauen in Großbritannien ab 30 Jahren das aktive und passive Wahlrecht; aber erst 1928 beschloss das britische Parlament schließlich das Wahlrecht für Frauen mit derselben Altersgrenze wie für Männer.

 

*vgl. Dossiers der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Emmeline Pankhursts Festnahme vor dem Buckingham Palast


18.02.2018

"Verwilderte Gärten"

Gedichte von Irmentraud Kiefer

Kompositionen von Hanna Jüngling, Geige

Herausgeberin des Lyrikbands im Zeitschnur Verlag

 

Verwilderte Gärten am Stadtrand. Gräser und ihre Blätter und Fruchtstände, Brombeerranken, Brennnesseln und der jahreszeitliche Auftritt der Blumen als Überlebenskünstlerinnen im Dickicht. Das Zuhause unsichtbarer Tiere. Und mittendrin ein Duft von weither, helle Blüten. Ein Jasminbusch, Erinnerung an den Menschen. —

 

Bei ihrem gemeinsamen Auftritt mit Lesung und Musik versuchen Irmentraud Kiefer mit ihren Gedichten und Hanna Jüngling auf der Geige etwas von dieser Stimmung einzufangen. "Verwilderte Gärten" ist auch der Titel eines Lyrikbandes mit Gedichten von Irmentraud Kiefer aus dem Zeitschnur Verlag von Hanna Jüngling. Die kreative Verlegerin aus Karlsruhe hat den Umschlag gestaltet und ein Nachwort verfasst.

Irmentraud Kiefer lebt in Pforzheim, schreibt Prosa und Gedichte. Sie widmet sich außerdem in Vorträgen bemerkenswerten Frauen aus Geschichte und Gegenwart.